← Alle Ratgeber · Alternativen zum Tausch · Stand: August 2026

Losverfahren Medizin: So kommst Du an übrig gebliebene Studienplätze

Der Studienplatztausch ist nicht der einzige Weg, um an Deine Wunschuni zu kommen. Manche Hochschulen vergeben übrig gebliebene oder nachträglich frei gewordene Plätze zusätzlich per Losverfahren – unabhängig von Abiturnote oder Wartezeit. Dieser Ratgeber erklärt, was das Losverfahren ist, wie es sich vom Tausch unterscheidet und warum die praktische Abwicklung bei vielen Hochschulen gleichzeitig aufwendig ist.

Was ist das Losverfahren?

Nach dem regulären zentralen Vergabeverfahren über hochschulstart.de (Abiturbestenquote, Zusätzliche Eignungsquote, Auswahlverfahren der Hochschulen) bleiben an manchen Hochschulen einzelne Plätze unbesetzt – etwa weil zugelassene Bewerberinnen und Bewerber ihren Platz doch nicht antreten. Einen Teil dieser Plätze vergeben Hochschulen dann in einem eigenen, hochschulinternen Losverfahren an Bewerberinnen und Bewerber, die sich zusätzlich dafür beworben haben. Die Abiturnote spielt dabei keine Rolle mehr – entschieden wird durch Los.

Das Losverfahren ist damit kein Teil des zentralen hochschulstart-Verfahrens, sondern eine eigene, von jeder Hochschule selbst organisierte Bewerbungsrunde mit eigenen Fristen und eigenem Formular.

Unterschied zum Studienplatztausch

Studienplatztausch Losverfahren
Voraussetzung Du hast bereits einen Studienplatz, den Du eintauschst Du hast noch keinen Platz im Zielstudiengang
Tauschpartner nötig? Ja Nein
Entscheidung Zustimmung beider Hochschulen Zufallsprinzip (Los)
Einfluss der Abiturnote Keine (nur gleiche Voraussetzungen nötig) Keine
Wie viele Unis gleichzeitig? Ein Tauschpartner pro Gesuch Bewerbung bei mehreren Hochschulen parallel möglich

Kurz gesagt: Das Losverfahren ist – ähnlich wie die Bewerbung ins höhere Fachsemester – kein Tausch, sondern eine eigenständige Zulassungschance. Du brauchst keinen Gegenpart, dafür ist der Ausgang reine Glückssache statt einer Vereinbarung zwischen zwei Personen.

Warum das Losverfahren in der Praxis kompliziert ist

Anders als der zentrale Bewerbungsprozess über hochschulstart.de läuft das Losverfahren komplett dezentral: Jede teilnehmende Hochschule hat ihr eigenes Formular, ihre eigene Frist und ihren eigenen Ablauf. Wer sich die Chance auf einen Losplatz nicht entgehen lassen will, muss sich im Prinzip bei jeder infrage kommenden Hochschule einzeln informieren, bewerben und die jeweiligen Fristen im Blick behalten – bei mehreren Dutzend Hochschulen mit Human-, Zahn- oder Tiermedizin ein erheblicher Organisationsaufwand parallel zum eigentlichen Studium.

Das ist derselbe Grundgedanke, der auch hinter unserer Tauschbörse steht: Wo eine Chance an viele einzelne, uneinheitliche Hochschulverfahren gebunden ist, hilft eine zentrale Übersicht mehr als das Verfahren jeder Uni einzeln zu recherchieren.

Selbst bewerben oder Unterstützung nutzen

Grundsätzlich kannst Du Dich bei jeder Hochschule selbst über das Losverfahren informieren und bewerben – die Formulare und Fristen stehen in der Regel auf der Website des jeweiligen Studierendensekretariats. Wer diesen Aufwand nicht für jede einzelne Hochschule selbst betreiben möchte, kann auch auf einen spezialisierten Dienstleister zurückgreifen.

Werbeanzeige von sonderplatz.de: Losverfahren zum Studienplatz für Medizin, Zahnmedizin und Tiermedizin

sonderplatz.de hat sich auf genau dieses Problem spezialisiert: Der Dienst übernimmt die komplette Antragstellung für das Losverfahren an einer Vielzahl teilnehmender Hochschulen – er behält die jeweiligen Fristen im Blick, füllt die Formulare aus, reicht die Anträge ein und dokumentiert den Stand in einem Kundenportal. Das Angebot deckt neben Humanmedizin auch Zahnmedizin, Tiermedizin, Pharmazie, Psychologie und weitere Studiengänge ab und läuft über eine feste Pauschalgebühr pro Fach und Semester, ohne Abo und ohne Erfolgsprovision. Wichtig zur Einordnung: Auch ein Dienstleister kann Dir keinen Platz garantieren – das Losverfahren bleibt in jedem Fall Zufall, unabhängig davon, ob Du Dich selbst bewirbst oder die Antragstellung abgibst. Bezahlt wird für die Übernahme des organisatorischen Aufwands, nicht für einen Studienplatz.

Realistische Erwartungen

Wie beim Tausch gilt auch hier: Ehrlichkeit zu Deinen Chancen hilft mehr als falsche Hoffnung. Wie viele Plätze im Losverfahren überhaupt frei werden, weiß im Voraus niemand – das hängt davon ab, wie viele zugelassene Bewerberinnen und Bewerber ihren Platz am Ende doch nicht antreten, und das unterscheidet sich von Hochschule zu Hochschule und von Semester zu Semester. An besonders gefragten Standorten kann die Zahl der Losplätze verschwindend gering sein, während sie an weniger nachgefragten Hochschulen spürbar höher ausfällt. Sieh das Losverfahren deshalb als zusätzliche Chance neben Tausch und Direktbewerbung, nicht als verlässlichen Ersatz für einen bereits gesicherten Studienplatz.

Für wen sich das Losverfahren lohnt

  • Deine Abiturnote reicht nicht für eine direkte Zulassung im gewünschten Studiengang, weder über die Abiturbestenquote noch über das Auswahlverfahren der Hochschulen.
  • Du hast (noch) keinen Tauschpartner gefunden oder Deine Wunschuni lässt gar keinen Tausch zu – dann ist das Losverfahren eine zusätzliche, unabhängige Chance, die parallel läuft.
  • Deine Wunschuni schließt Ringtausch aus (mehr dazu im Ratgeber Ringtausch) – auch dann kann das Losverfahren an derselben oder einer anderen Hochschule eine Alternative sein.

Für Studierende, die bereits einen Studienplatz haben und ausschließlich die Hochschule wechseln möchten, ist das Losverfahren dagegen nicht der richtige Hebel – hier bleibt der Studienplatztausch der direkte Weg.

Häufige Fragen

Kann ich am Losverfahren teilnehmen, wenn ich schon einen Studienplatz habe? Das Losverfahren richtet sich an Bewerberinnen und Bewerber ohne Platz im Zielstudiengang. Hast Du bereits einen Studienplatz und möchtest nur die Hochschule wechseln, ist der Studienplatztausch der passendere Weg.

Verbessert eine gute Abiturnote meine Chancen im Losverfahren? Nein. Das Los entscheidet unabhängig von der Abiturnote – das ist gerade der Sinn dieses zusätzlichen Verfahrens neben der notenbasierten zentralen Vergabe.

Kann ich mich bei mehreren Hochschulen gleichzeitig fürs Losverfahren bewerben? Ja, das ist in der Regel möglich und erhöht Deine Gesamtchance, da jede Hochschule ihr eigenes, unabhängiges Losverfahren durchführt. Prüfe dafür die Fristen jeder einzelnen Hochschule.

Lohnt sich professionelle Unterstützung, oder kann ich das auch selbst machen? Beides ist möglich. Wer Zeit hat, die Fristen und Formulare aller infrage kommenden Hochschulen selbst zu verfolgen, kann sich auch komplett eigenständig bewerben. Ein spezialisierter Dienst wie sonderplatz.de nimmt Dir diesen Organisationsaufwand gegen eine feste Gebühr ab.

Wie viele Hochschulen bieten überhaupt ein Losverfahren an? Das ist von Studiengang und Semester abhängig und ändert sich – nicht jede Hochschule vergibt in jedem Semester Plätze per Los. Eine aktuelle Übersicht bekommst Du entweder direkt bei den einzelnen Studierendensekretariaten oder gebündelt bei einem darauf spezialisierten Dienst wie sonderplatz.de.

Nächster Schritt

Das Losverfahren ersetzt den Studienplatztausch nicht, ergänzt ihn aber sinnvoll: Während Du auf einen passenden Tauschpartner wartest, kannst Du parallel Dein Glück im Losverfahren an weiteren Hochschulen versuchen. Nutze den Chancen-Rechner, um einzuschätzen, wie realistisch ein Tausch an Deiner Wunschuni ist, und trag Dein Tauschgesuch kostenlos ein – unabhängig davon, ob Du zusätzlich das Losverfahren nutzt.